Instrumentenbau

In diesem Abschnitt meiner Webseite möchte ich Ihnen gerne die von mir im privaten Rahmen gefertigten, restaurierten Instrumente und Instrumentalteile vorstellen.

 

Sollten Sie Fragen zu den hier gezeigten Inhalten haben, stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.


Gebundenes Clavichord nach historischem Vorbild / Opus 1

 

Mitte 2014 entworfen und gebaut im Rahmen der Clavichord-Selbstbaukurse der Orgelbau-Werkstatt "Historische Tasteninstrumente Johann-Gottfried-Schmidt" mit Sitz in Rostock. Jedes noch so kleine Bauteil des Instruments wurde von mir handgefertigt. Lediglich Material, Werkzeug und fachliche Unterstützung waren gestellt.

Weitere Details, geschichtliche Hintergründe und die bebilderte Dokumentation der Konstruktion findet sich in meiner Diplomarbeit, welche in der Bibliothek der Hochschule für Kirchenmusik Dresden bereitsteht und dort entliehen werden kann.


Anschauungsobjekt: einfaches Monochord / Opus 2

 

Das Monochord gilt als Vorläufer des Clavichords und wurde zum Stimmen von Orgeln und bei der Ausbildung von Sängern/Musikern genutzt. Durch Teilung der gespannten Saite an unterschiedlichen Stellen konnten verschiedene Längen- und Intervallverhältnisse veranschaulicht werden. Die grundlegenden Teilungen waren:

- 1/2 : 1/2 = Oktave

- 1/3 : 2/3 = Quinte

- 2/5 : 3/5 = Terz

 

Dieses Instrument diente der Veranschaulichung meiner Diplomarbeit über das Clavichord.


"Rekonstruierte" Hauptwerk-Orgel / Opus 1

 

2009 begann das Projekt mit dem Ankauf eines gebrauchten Elektro-Orgel-Gehäuses der Firma Johannus. Zu den Zeiten, in denen das Gehäuse mit dazugehörigem Innenleben noch als Orgel unter dem Namen "Opus 1100" fungierte, erklangen die ersten Versuche digital gesampelter Orgelklänge. Diese klangen in dieser frühen Zeit im Vergleich zu heute noch sehr dürftig und waren noch stark von der vorangegangenen analogen Klangerzeugung geprägt.

In den darauffolgenden Jahren wurde die ehemalige Johannus-Orgel nun Stück für Stück in eine midi-basierte Digitalorgel umgebaut.

 

Neue Platinen, Module, Schaltkreise sowie ein neues Soundsystem fanden im "neuen alten" Gehäuse Platz. Im Anschluss wurden moderne Spielhilfen, u.A. ein digitaler Schweller, Setzerkombinationen und zusätzliche Koppeln eingebaut.

Als finaler Schritt musste noch der entsprechend leistungsstarke Computer mit der Kernsoftware "Hauptwerk" an das Orgelsystem angeschlossen werden.

Die Orgel wurde im Laufe der Zeit klanglich und spieltechnisch stark umgestaltet. Die ursprüngliche, romantische Disposition von 2009 wurde jedoch nun wieder rekonstruiert und zusätzlich durch einen neuen Gedacktbass 8' (*) im Pedal erweitert (durch "Sacher/Kaufmann Privatorgelbau AG" [priv. Arbeitsgemeinschaft]). Mitte 2017 wurde das Instrument über das Computerprogramm Hauptwerk um eine modern, leicht barock disponierte "Software-Orgel" erweitert.

Somit kann nun innerhalb kürzester Zeit zwischen der Hauptorgel (romantisch) und der Nebenorgel (modern/barock) gewechselt werden.

Die jeweiligen Dispositionen finden Sie im Folgenden.

 

Vorgänger-Disposition (Neobarock):

Hauptwerk Schwellwerk Pedalwerk
Pommer 16' Bordun 8' Untersatz 32'
Praestant 8' Praestant 4' Subbass 16'
Dolce 8' Nasat 2 2/3' Principalbass 8'
Gedackt 8' Principal 2' Spillflöte 8'
Principal 4' Terz 1 3/5' Oktavbass 4'
Holzflöte 4' Zimbel 2-3f. Trombone 16'
Kornett 4f. Krummhorn 8' Clarion 4'
Mixtur 3-4f. Tremolo  
Trompete 8'    
     
Spielhilfen:    
Koppel HW-PW Oktavkoppel HW 4 freie Setzer
Koppel OW-PW Generalkoppel  
Koppel OW-HW Schweller "ab"  

Rekonstruierte Disposition (Romantisch):

Hauptwerk Oberwerk Pedalwerk
Großprincipal 8' Lieblich Gedackt 16' Kontrabass 16'
Praestant 8' Geigenprincipal 8' Subbass 16'
Dolce 8' Rohrflöte 8'

Gedackt-

bass 8' *

Gedackt 8' Schwebung 8' Principalbass 8'
Principal 4' Salicet 4' Choralbass 2fach
Holzflöte 4' Querflöte 4' Trombone 16'
Mixtur 3-4fach Piccoloflöte 2'  
Trompete 8' Mixtur 3fach  
  Fagott 16'  
  Klarinette 8'  
Spielhilfen:    
Koppel HW-PW 4 freie Setzer

Crescendo-

Pedal

Koppel OW-PW Generallkoppel Dynamik "Tutti"
Koppel OW-HW Oktavkoppel HW (an OW)  

Disposition Nebenorgel (Modern/Barock):

Hauptwerk Oberwerk Pedalwerk

Prinzipal 16'

Spitzgedackt 16'

Oktave 8'

Traversflöte 8'

Superoktave 4'

Rauschquinte 3f.

Mixtur 4f.

Trompete 8'

Stillgedackt 8'

Gambe 8'

Tonus fabri 8'

Dolzflöte 4'

Oktave 2'

Quinte 1 1/3'

Scharff 2f.

Regal 8'

Tremulant

Prinzipalbaß 16'

Subbaß 16'

Gedacktbaß 8'

Spitzgedackt 8'

Quintadena 4'

Posaune 16' 

 

OW schwellbar

 

Feste Kombination

"Organo Pleno"

Oktav-Koppel

HW an HW

 


Orgelpositiv auf Hauptwerk-Basis / Opus 2

 

An dieser Stelle wird der Baufortschritt eines neuen Projektes dokumentiert: ein digitales Orgel-(Tisch)-Positiv auf Basis der Software Hauptwerk. Die Disposition wurde bereits ausgearbeitet und gestaltet sich wie folgt: Spitzgedackt 8', Rohrflöte 4', Principal 2', Larigot 1 1/3', Superoktave 1'.
Es stellt sich die Frage: Warum diese steile Registerauswahl? Ich habe bewusst aus den Samples einen 8' Gedackt herausgesucht, der sich sowohl in leiser Registrierung als auch in kräftiger, scharfer Klangfarbe als ausreichend tragfähig erweist. Mit der hier vorliegenden Registrierung lassen sich dezente Farben, Lücken-Solo-Registrierungen als auch ein schmaler, dennoch kräftiger Mixtur-Klang erzeugen.


Restaurierung Sperrhake-Cembalo

 

Ich habe kürzlich ein Sperrhake-Cembalo in meinen Besitz gebracht, welches ich ab sofort nach und nach restaurieren werde.
Das Cembalo ist von Seiten der Spielmechanik in einer guten Verfassung: keine gerissenen Saiten, intakter Resonanzboden und stabile Wirbel inkl. beständigem Wirbelstock.

Das größere Problem stellt das Äußere des Cembalos dar:
Im Verlaufe der Jahrzehnte wurde das einst holzfarbene Gehäuse auf eher unsensible Weise umlackiert. Nun findet sich am Instrument eine kunststoffhaltige, weiße Lackierung, die langsam abblättert und nicht mehr ansehnlich wirkt. Reste von Klebeband und "Sprühreste" vom Lackiervorgang finden sich auf der Unterseite. Zusätzlich wurden in der Nähe des offenen Instruments Malerarbeiten durchgeführt, sodass ein gesprenkelter Sternenhimmel die Klaviatur "ziert".

Das Äußere des Instrumentes wurde nun mit einer matt-schwarzen PVC-Folie überzogen, die normalerweise Anwendung im Karosseriebau und der Autowerkstatt findet. Diese wurde Stück für Stück über die einzelnen Bauteile gezogen. Das Innere ist gut erhalten und bleibt weiss.

Sämtliche Scharniere, Schrauben, Metallteile sowie der Resonanzboden wurde gereinigt. Die Springer sind neu justiert und die Stimmung wieder angepasst (440 Hz Gleichschwebend)


Restaurierung Lindholm-Harmonium

 

In diesem Abschnitt dokumentiere ich die Restaurierung eines Saugwindharmoniums der Firma Lindholm (Borna). Das Instrument stammt aus der Friedhofskirche in Alberoda bei Lößnitz und wurde dort nach langjährigem Betrieb durch ein Orgelpositiv ersetzt.

Da das Instrument nun seinen Weg in meine "Sammlung" gefunden hat, obliegt mir und meinem Großvater nun die gründliche Instandsetzung und Reparatur. Spiel-, Ton- und Windanlage sind weitestgehend noch in sehr gutem Zustand. Seit der Anschaffung sind zahlreiche Dinge am Instrument repariert und wieder gangbar gemacht worden. Auf Details hierzu gehe ich in diesem Video auf YouTube ein.